19 | 06 | 2019

Mit 2 Pkws starteten am 13.Februar 2015 sechs Schneeschuhbegeisterte unserer Bezirksgruppe zur Luftseilbahn Intschi in der Schweiz. Auf der A 81 ging`s nach Schaffhausen, dann weiter an Winterthur, Zürich, Zug, Schwyz vorbei zuerst auf der A1, dann auf der A4 Richtung Gotthard, entlang des Vierwaldstätter Sees zum Parkplatz der Seilbahn.

Ja, wo ist sie denn? Wir sehen nur Wald aber keine Tragseile. Fast wie ein großes Spielzeug wirkt die Gondel. Die Bahn fasst acht (schlanke) Personen plus Gepäck. Wenn kein Personal da ist, kann man einen Jeton kaufen, einwerfen und sich in 7 Minuten von Intschi nach Arni bringen lassen. Fast abenteuerlich über den Intschialptobel überwindet die Bahn 700 Höhenmeter.Die Frage taucht auf, ob solch eine Bahn in Deutschland zugelassen würde?

 

Lawinenabgang zum Üben

Die Bergstation der Seilbahn und der Gasthof Alpenblick liegen direkt nebeneinander. Schnell war unser Gepäck in den Zimmern bzw. Lagern verstaut (Schweizer Preise: HP im Zimmer 85 CHF, im Lager 75 CHF). Bei strahlendem Sonnenschein machten wir unsere erste Schneeschuhtour über die Hochfläche am Anrisse. Eine Rundtour von ca. 3 h mit Blick auf den im Talnebel verschwun-denen Vierwaldstätter See gab herrliche Blicke in die Schweizer Bergwelt frei. Unser Weg führte an einer vor kurzem abgegangenen Schneelawine vorbei. Wir waren beeindruckt von den schweren Schneeklumpen, die sich zu Tal geschoben hatten. Es war keine allzu große Lawine, aber keiner hätte von den Schneemassen erfasst werden wollen. Wir nutzen die Gelegenheit zum Training für Suche von Verschütteten. Heute war ja keine Gefahr mehr.

Weit ist der Rundblick

Der Samstag war dank des Föhns ein herrlicher Wandertag. Unser Ziel: der Sonnig Grat (2003 m). Vorbei am Arnisee ging es auf vereistem Weg sehr steil im Wald hoch, ein Herausforderung für diejenigen, die keine guten Zacken an den Schneeschuhen hatten. Nach dieser Steilstufe kam die Belohnung. Guter Schnee zum Gehen, eine lieblich anmutende Landschaft durch Latschen, ehe ab der Sonnig Grat Hütte der Anstieg zum Sonnig Grat folgte, der einen herrlichen Ausblick vom Rinderstock über den Oberalpstock bis zum Rienzenstock bot. Ein vom Süden hereindrängendes Tief hielt der Föhn zurück. Daher blies uns heftiger, kalter Wind entgegen. Auf dem Rückweg nutzten wir die steilen, baumfreien Stücke im Wald um hinunterzuspringen und etwas Abfahrtsfeeling zu erhalten. Die Abendsonne genossen wir auf der Terrasse oder bei einem Spaziergang um die Gegend noch ein wenig zu erkunden.

Im Neuschnee steil hinab ins Tal

Über Nacht kam der Schnee, der auch am Morgen noch andauerte. Wolkenverhangen war die Landschaft und wir zehrten von den Ausblicken der vergangenen Tage. Der Ausgleich war eine märchenhafte Winterlandschaft mit tief verschneiten Bäumen. Unser Gepäck brachten wir zu Seilbahn, so dass wir uns ziemlich vermummt mit dem Tagesrucksack an den Abstieg machen konnten. Die Wanderung ins Tal über Gurtnellen muss zauberhaft sein. Lange schlängelt sich der Panoramaweg am Berg entlang, geht an urigen Gehöften vorbei, die zu Gurtnellen gehören, ehe er sehr abwechslungsreich durch den Wald ins Tal führt. Wir waren auf andere Art gefordert. Auf den steilen Grashängen, die wir queren mussten lag viel Neuschnee, die Wege waren manchmal total zugeschneit. Von Ferne hörte man Lawinensprengungen. Achtsames Gehen war angesagt genauso wie immer wieder den richtigen Weg finden. Dennoch war unsere Stimmung bestens und wir staunten über die unterschiedlichsten Hüte, die der Schnee den Baumstümpfen, Zaunpfählen oder Bäumchen verpasst hatte.

Rast in einem Kirchlein

Wir hofften auf eine Gaststätte unterwegs, denn Hunger und Durst meldeten sich. Wir passierten einige schöne alte Schweizer Bauernhäuser, Hütten zum Mieten, aber ein Gasthaus gab es nirgendwo. So blieb uns nur das Kirchlein von Gurtnellen zum Aufwärmen und Kräfte tanken. Danach gingen wir ein Stück auf dem alten Gotthardweg, auf dem früher die Waren zu Fuß transportiert wurden. Dann ging es in den Wald Richtung Intschi. Einige Tobel und mussten umgangen, einige zum Teil vereiste Brückchen überquert werden. Je weiter wir ins Tal kamen, desto weniger wurde der Schnee, so dass wir unsere Schneeschuhe an den Rucksäcken befestigten und nach Intschi trugen. Unser Gepäck wartete schon auf uns und auch die ersehnte Gaststätte. Nach einer Stärkung machten wir uns auf den Weg nach Hause. Das Gebiet um den Arnisee beeindruckt durch seine Stille und Schönheit. Es ist noch nicht überlaufen und bietet Wanderern und Schneeschuhgehern genügend Möglichkeiten. Für Skitouren ist es nicht so sehr geeignet, da fast immer zuerst ein längerer, steiler Aufstieg durch den Wald zu gehen ist, der nicht abfahrtstauglich ist.